
Diphtherie wurde wegen ihres schweren Verlaufes mit Todesfolge auch als "Würgeengel der Kinder" bezeichnet. Nach Einführung der Impfung und durch die Verbesserung der hygienischen Lebensbedingungen galt Diphtherie in Mitteleuropa schon fast als ausgerottet. Mitte der 90iger Jahre trat sie jedoch wieder vermehrt auf, da sie vor allem aus Osteuropa eingeschleppt wurde. Vor allem in der GUS kam es zu dieser Zeit zu einer regionalen Epidemie, die durch umfangreiche Impfaktionen mittlerweile begrenzt werden konnte. 1995 zählte man europaweit insgesamt rund 50.000 Erkrankungsfälle, im Jahr 1999 traten 727 von 730 gemeldeten Erkrankungen in der GUS auf.
Diphtherie ist eine bakterielle Erkrankung, die mittels Tröpfcheninfektion übertragen wird, z.B. beim Niesen, Husten und Küssen oder durch direkten Hautkontakt von Mensch zu Mensch. Manche Menschen sind auch nur Träger von Diphtherie-Bakterien, ohne selbst an Diphtherie zu erkranken. Der schwerer Verlauf einer Diphtherie-Erkrankung wird durch Giftstoffe verursacht, die vom Bakterium Corynebacterium diphtheriae gebildet werden.
Nach zwei bis zwölf Tagen kommt es zunächst zu Entzündungen im Nasen-Rachen-Bereich. Die Patienten haben gelegentlich hohes Fieber und fühlen sich sehr krank. Zusätzlich sind die Lymphknoten im Kieferwinkel stark angeschwollen und die Ausatemluft riecht süßlich. Die Kehlkopfdiphtherie kann lebensbedrohlich werden. Erste Anzeichen sind Heiserkeit und bellender Husten, später kann Atemnot mit Erstickungsanfällen hinzukommen ("echter Krupp“). Neben den oben genannten Symptomen können auch Kreislaufschock mit Blutdruckabfall, Blutungsneigung, Herzmuskelentzündungen mit Herzversagen, Lähmungen und Nervenentzündungen auftreten. Diese schwerste Verlaufsform kann tödlich enden.
Eine Impfempfehlung für Diphtherie gilt weltweit, ein erhöhtes Risiko besteht in den Tropen, in Süd- und Osteuropa, sowie den GUS-Staaten. Eine Grundimmunisierung sollte bereits im Säuglingsalter als Kombinationsimpfung mit Tetanus, Pertussis, Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Haemophilus influenzae erfolgen. Impfmodus: 4 Impfungen, die erste im Alter von vollendeten 2 Monaten, die zweite und dritte im Abstand von jeweils mindestens 4 Wochen und die vierte mindestens 6 Monate nach der dritten Injektion. Auffrischimpfungen für Diphtherie und Tetanus im Alter von 5 bis 6 und im Alter von 9 bis 17 Jahren, im Erwachsenenalter alle 10 Jahre.
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