
Ernsthafte Impfkomplikationen sind - auf die gesamte Zahl von Impfungen bezogen - extrem selten. Impfstoffe sind heute gut verträglich. Das liegt vor allem an den modernen Herstellungsverfahren. Sie führen zu minimalen Reaktionen, wie kleine Rötungen und Schwellungen oder leichtes Fieber, und sind kein Anlass zur Besorgnis. Nach zwei bis drei Tagen sind diese Beschwerden wieder abgeklungen. Einem geimpften Kind sollte man Ruhe gönnen, damit das Immunsystem ungestört arbeiten kann.
Das Immunsystem von Neugeborenen ist täglich mit einer Vielzahl von Erregern aus der Umwelt konfrontiert. Diese Auseinandersetzung regt das Immunsystem an. Impfungen sind lediglich eine kontrollierte, dosierte Form eines solchen Kontaktes mit Fremdstoffen. Frühes Impfen ist vielmehr wichtig, weil Babys sich ab dem ersten Lebenstag, z.B. mit Hirnhautentzündung, anstecken können. Man impft ab dem dritten Monat, weil dies der früheste Zeitpunkt ist, an dem eine Impfung die gewünschte Immunantwort beim Säugling hervorruft. Prinzipiell stärken Impfungen die Körperabwehr und schwächen sie nicht etwa. Mehrfachimpfstoffe haben den Vorteil, dass die Kinder mit weniger Zusatzstoffen und nur einer Injektion belastet werden.
Schäden durch Krankheiten sind wesentlich häufiger als schädliche Folgen einer Impfung. Auch die so genannten harmlosen Kinderkrankheiten können schwere Komplikationen mit teils tödlichen Folgen verursachen. Man muss das Impfrisiko dem potentiellen Erkrankungsrisiko gegenüberstellen. Am Beispiel der Masern zeigt sich, dass die Nebenwirkungen der Impfung zu vernachlässigen sind. Erkrankt ein Kind an Masern, so ist bei einem von 20 Kindern mit einer Lungenentzündung zu rechnen. Bei einem von ein- bis zweitausend Kindern kommt es zu einer Gehirnentzündung, die in 20 bis 30 Prozent der Fälle tödlich verläuft und sehr häufig mit bleibenden Schäden einhergeht. Etwa 1 von 10.000 Kindern in Deutschland stirbt als Folge einer Masernerkrankung. Als mögliche Nebenwirkung der Impfung ist eine Masernenzephalitis, eine Entzündung des Gehirns, in weniger als 1 zu 1 Million Fälle zu beobachten.
In Deutschland sind viele Krankheiten wie Diphterie selten geworden. Die Erreger können aber beispielsweise aus Ländern Osteuropas eingeschleppt werden, wo weniger geimpft wird und diese Krankheit noch immer ein großes Problem darstellt. Um mit den Erregern des Wundstarrkrampfes in Berührung zu kommen, muss man gar nicht weit fahren oder mit „importierten“ Krankheitsstoffen konfrontiert werden. Tetanus-Erreger tummeln sich auch im Erdreich vor Ihrer Haustür oder in Ihrem Garten. Schon über kleinste Kratzer gelangen die Bakterien des Typs Clostridium tetani in den Körper. Wenn man dann nicht geimpft ist, kann es zu einer schweren Infektion kommen. Und bei der kann selbst die beste Intensivmedizin meist nicht mehr helfen.
Durch Impfungen können Krankheiten ausgerottet werden - das funktioniert aber nur, wenn sich möglichst viele Menschen impfen lassen. Machen Sie mit und sorgen Sie für einen umfassenden Impfschutz, nicht nur bei Ihren Kindern, sondern auch bei sich selbst.
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