
Zecken sind zwar weltweit verbreitet, das FSME-Virus ist jedoch nur auf Teile Europas und Asiens beschränkt. In diesen Gebieten sind Zecken mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 bis 5 Prozent mit dem Virus infiziert, der eine Hirnhautentzündung auslösen kann. Sich durch eine Zecke eine Gehirnhaut-Entzündung zuzuziehen ist also ein sehr seltenes Ereignis. Die Zahl der FSME-Erkrankungen in Deutschland beträgt jährlich etwa 300.
Die Zeckensaison erstreckt sich von März bis Oktober. Entgegen dem hartnäckigen Vorurteil lassen sich Zecken nicht etwa von Bäumen fallen. Man findet sie auf Gräsern, Sträuchern und im Unterholz, im eigenen Garten und auf Wiesen in einer Höhe von 0,80 m bis 1,50 m.
Zecken heften sich beim Abstreifen von Gras und Büschen an ihre warmblütigen Wirte. Dann versuchen sie sich in der Haut von Mensch und Tier festzusetzen, betäuben zuerst die Stelle mit einem Stich und stechen dann zum Blutsaugen zu. Das wäre nicht so schlimm, wenn dabei nicht Krankheiten auf den Menschen übertragen werden könnten: die Borreliose und die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Die so genannte Lyme-Borreliose wird durch Borrelien übertragen, die zur Gruppe der Bakterien gehören. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis wird durch das FSME-Virus ausgelöst, gegen diese Viren ist eine Impfung möglich.
Je länger die Zecke Blut saugt, desto größer wird das Ansteckungsrisiko für FSME und Borreliose. Daher sollte das Insekt so schnell als möglich von der Haut entfernt werden. Das FSME-Virus wird beim Saugakt allerdings bedeutend schneller auf den Menschen übertragen als die Borrelien, die im Mückendarm leben. Bezüglich der Borreliose hat man bis zur potentiellen Übertragung immerhin 8-20 Stunden Zeit, die Zecke zu entfernen, dafür auf keinen Fall Klebstoff oder Öl verwenden. Auch sollten die Zeckenkörper nicht stark gedrückt oder gequetscht werden, weil sich dabei der erregerhaltige Speichel der Zecke in die Bissstelle entleeren kann. Am besten die Zecke mit einer feinen Pinzette oder Zeckenzange (aus der Apotheke) halten und dann langsam und gleichmäßig herausziehen . Anschließend die Bissstelle mit Jod oder Alkohol desinfizieren. Sie können zum Entfernen der Zecke jedoch auch einen Arzt aufsuchen. Auf jeden Fall sollten Sie das tun, wenn Sie selbst die Zecke nur teilweise entfernen konnten.
Nur ein Drittel der infizierten Personen erkrankt. Kommt es nach etwa zwei bis 28 Tagen zum Ausbruch einer Erkrankung, ähnelt sie mit ihren Symptomen oft einer Grippe mit leichtem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach kurzer Zeit ohne jegliche Beschwerden kann sich eine Hirnhaut-, Gehirn- und Rückenmarkentzündung entwickeln. Die Symptome sind dann erneut: Kopfschmerzen, hohes Fieber, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. In 60 Prozent der Fälle kommt es zu Entzündungen des Hirns und der Hirnhäute, der Nerven und des Rückenmarks. Schwere Krankheitsverläufe werden hauptsächlich bei Erwachsenen und nicht bei Kindern beobachtet. Ein bis zwei Prozent der Erkrankten sterben an der Infektion und ihren Folgen.
Da die FSME durch ein Virus verursacht wird, gibt es keine kausale, sondern nur eine symptomatische Therapie, wie z.B. fiebersenkende Medikamente. Nach Infektion mit FSME kann in schwersten Fällen innerhalb von zwei Tagen (allerhöchstens nach 96 Stunden) noch eine Gabe von Immunglobulinen (Antikörpern) erfolgen.
Das Infektionsrisiko in den zahlreichen europäischen Ländern ist sehr unterschiedlich, speziell in den Flussniederungen in Baden-Württemberg und Bayern ist das FSME-Virus teilweise stark verbreitet. Eine Karte über die aktuellen Risikogebiete Deutschlands findet man auf der Homepage des Robert-Koch-Institutes.
Durch mückenabwehrende Mittel, wie z. B. Autan ™ und entsprechende helle Kleidung, die große Hautflächen bedeckt (Hemden oder Blusen mit langen Ärmeln, Hosen mit langen Beinen), kann man sich am besten vor Zecken schützen. Personen mit erhöhtem Risiko einer Infektion können sich durch eine Impfung vor der FSME schützen, die von der AOK auch gezahlt wird. Befragen Sie hierzu Ihren Haus- oder Kinder- und Jugendarzt.
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