
Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Nach Schätzungen der WHO haben etwa 2 Milliarden Menschen bereits eine Infektion durchgemacht, 300 bis 420 Millionen Menschen haben sich chronisch mit Hepatitis B infiziert und jährlich sterben bis zu einer Million Erkrankte als Folge an einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkarzinom.
In Deutschland haben ca. 7 Prozent der Bevölkerung Antigene, haben also eine Heptitis B-Infektion durchgemacht, 300.000 bis 650.000 Personen leiden an einer chronischen Infektion, meist unwissentlich, da nicht immer Symptome einer Erkrankung auftreten müssen. Durch die Aufnahme der Hepatitis B-Impfung in den Impfkalender für Kleinkinder wird die Verbreitung von Hepatitis B voraussichtlich innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre deutlich zurückgehen, schätzt das Robert-Koch-Institut.
Es sind acht verschiedene Genotypen des Hepatitis-Virus bislang bekannt. Sie werden mit den Buchstaben A bis H gekennzeichnet. Bei Hepatitis B wurden weitere acht Subtypen gefunden, die sich durch Antigene auf der Virushülle unterscheiden. Die Verbreitung dieser Unterarten ist in verschiedenen geographischen Regionen unterschiedlich.
Hepatitis B wird durch den Hepatitis B-Virus (HBV) verursacht. Die Ansteckung ist einerseits möglich über infiziertes Blut. Es genügen kleinste Hautverletzungen, um sich mit Hepatitis B anzustecken, da die Viren in hoher Konzentration im Blut vorkommen. Die Viren sind auch in Speichel, Tränenflüssigkeit, Sperma, Vaginalflüssigkeit, Menstrualblut und Colostrum (Vormilch) von Infizierten enthalten, wenngleich in wesentlich geringeren Konzentrationen. 60 bis 70 Prozent der Neuinfektionen werden in Deutschland sexuell übertragen. Das Risiko, sich durch eine Bluttransfusion oder durch Blutprodukte mit Hepatitis B zu infizieren, ist nach Einführung der Testung aller Blutspenden nur noch mit einem Restrisiko von 1 : 250 000 bis zu 1 : 500 000 behaftet und zu vernachlässigen. Unklar ist das Risiko, sich durch unsachgerechte und unhygienischeTätowierungen, Piercing oder Ohrlochstechen zu infizieren.
Mit Hepatitis B infizierte Frauen könne die Infektion an ihr Kind übertragen, wenn das Neugeborene keine Prophylaxe, bestehend aus aktiver und passiver Impfung, erhält.
Die Zeit vom Erstkontakt bis zum Ausbruch der Krankheit kann 40 bis 200 Tage betragen, meist sind es etwa 60 bis 90 Tage. Die Dauer ist vor allem von der Menge der Erreger abhängig. Die ersten Anzeichen einer Leberentzündung sind Übelkeit, Schmerz im rechten Oberbauch und Gelbsucht. Die Erkrankung kann aber auch unbemerkt auftreten. Im Gegensatz zur Hepatitis A verläuft die Hepatitis B bei etwa 10 Prozent der Betroffenen chronisch und kann zur Leberzerstörung führen.
Eine Hepatitis B-Erkrankung ist meldepflichtig.
Die Hepatitis B-Impfung wurde 1995 in Deutschland in den für Kinder und Jugendliche empfohlenen Impfkalender aufgenommen. Sie ist Bestandteil des Sechsfachimpfstoffs. Für die Grundimmunisierung sind drei Impfungen notwendig. Die ersten beiden Impfungen sollten im Abstand von einem Monat erfolgen. Die dritte Impfung nach 6 Monaten liefert dann bei 95 Prozent der Geimpften eine vollständige Immunität für bis zu 10 Jahre. Für Erwachsene ist die Hepatitis B-Impfung keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und muss beispielsweise für eine Urlaubsreise als private Gesundheitsleistung selbst gezahlt werden.
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