
Eine der häufigsten Ursachen für Hirnhautentzündung bei Kindern bis sechs Jahre ist das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b. Es kann außerdem zu anderen schwerwiegenden Erkrankungen kommen, z.B. Kehldeckelentzündung (Epiglottitis), Erkrankungen der Atemwege (Bronchitis, Pneumonie), Knochenentzündung (Osteomyelitis). Fast 95 Prozent der Erkrankungen treten vor dem vollendeten fünften Lebensjahr auf. 1990 wurde die Impfung gegen HIB in Deutschland eingeführt. Daraufhin sank die Zahl der Erkrankungen von jährlich bis zu 2.000 auf nur noch 30 Fälle im Jahr 1998.
Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfchen-Infektion oder durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Die Erreger siedeln sich dann im Nasen-Rachen-Raum an. Nicht bei jedem Menschen muss es daraufhin zu einem Ausbruch der Erkrankung kommen. Es hängt zum einen von der Menge der übertragenen Bakterien ab und zum anderen vom allgemeinen Zustand des Immunsystems. Die meisten Infizierten erkranken selbst nicht, sondern können über lange Zeit andere Menschen mit HIb-Bakterien anstecken.
Säuglinge sind zunächst bis zum dritten Lebensmonat durch mütterliche Antikörper (noch aus dem Mutterleib) geschützt. Danach sind die Kinder potenziell gefährdet, sich anzustecken. Das Bakterium befällt in erster Linie Nasennebenhöhlen, Ohren, Nasen-Rachen-Raum und den Kehlkopf. Gefürchtet ist der Befall der Hirnhaut, der bei Kindern bis zu 3 Jahren besonders schwer ausfallen kann. Erfolgt keine Behandlung, versterben 80 Prozent der Erkrankten, trotz einer intensivmedizinischen Behandlung und Antibiotika immerhin noch 5 bis 10 Prozent. Eine Hirnhautentzündung kann darüber hinaus auch zu Folgeschäden wie Sprachstörungen, Hörschäden und geistiger Behinderung führen. Bei Kindern bis zu 5 Jahren ist die Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis) lebensbedrohlich.
Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) generell für alle Kleinkinder ab Beginn des dritten Lebensmonats empfohlen. Bei einer Kombinationsimpfung werden die ersten drei Impfungen im Abstand von jeweils vier Wochen verabreicht. Die vierte Impfung dann im Abstand von sechs Monaten.
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