
Die echte Grippe (Influenza) ist im Gegensatz zu anderen viralen "Erkältungs-Krankheiten" eine ernste Erkrankung, die lebensbedrohlich verlaufen kann. Die großen Grippeepidemien (Spanische Grippe, Asiatische Grippe) haben Millionen Menschen das Leben gekostet. Nach Angaben des Referenzzentrums für Influenza-Überwachung in Hannover sterben bei einer Grippe-Welle allein in Deutschland 5.000 bis 20.000 Menschen an Influenza-Komplikationen. Die Gefahr, die eine Grippe-Erkrankung vor allem für über 60jährige und chronisch Kranke darstellt, wird meist unterschätzt.
Die "echte" Grippe wird im Gegensatz zu den grippalen Infekten („Erkältungen“) immer durch Influenzaviren ausgelöst. Es gibt verschiedene Arten von Influenzaviren. Mehrere Viren, die zu einer Familie gehören, erzeugen nahezu die gleichen Symptome.
Man unterscheidet drei Influenza-Typen:
Die Influenzaviren werden beim Husten oder Niesen von einem Menschen zum anderen übertragen. Diese Viren sind sehr ansteckend und breiten sich schnell im Körper aus. Was sie unter anderem so gefährlich macht, ist ihre Wandlungsfähigkeit. Grippeviren können schnell und häufig mutieren und ihr Genmaterial austauschen. Mutationen der Oberflächenantigene werden als Antigendrift bezeichnet, sie sind verantwortlich für das Auftreten von Epidemien und regional begrenzten Ausbrüchen der Grippe. Antigenshift findet bei gleichzeitiger Infektion mit zwei verschiedenen Virusvarianten statt. So ist es bereits bei Influenza-A-Viren vorgekommen, dass Viren der Vogelgrippe und der menschlichen Grippe einen neuen gefährlichen Virustyp entstehen ließ, der viele Todesopfer forderte (so genannte Spanische Grippe, 1918).
Die Beschwerden ähneln zunächst denen einer Erkältung, die Grippe verläuft aber schwerer. Die Erkrankten haben plötzlich hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen. Daneben können Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfälle auftreten. Das Grippevirus schwächt den Körper stark, so dass weitere Infektionen, wie etwa eine bakterielle Lungenentzündung, möglich sind. Gefürchtete Komplikationen sind eine Herzmuskel- oder Gehirnhautentzündung.
Relativ neue Medikamente wie Oseltamivir (Tamiflu TM) und Zanamivir (Relenza TM) können bei Patienten mit nachgewiesener Influenza die Beschwerdedauer um einige Tage sowie die Schwere der Erkrankung reduzieren. Zanamivir wird beispielsweise als Pulver-Inhalat zur Behandlung der Influenza Typ A und B bei Patienten über 12 Jahren mit typischen Grippe-Symptomen eingesetzt, wenn die klassische Grippe in der Region zirkuliert. Die Behandlung sollte so früh wie möglich, innerhalb von 48 Stunden nach Einsetzen der Symptome, beginnen. Am besten ist aber die Vorbeugung mittels Impfung. Die Grippeimpfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden, weil sich die Grippeviren (Influenza Typ A) ständig verändern. Zu Anfang einer Grippesaison lässt sich noch nicht so genau vorhersehen, welche Formen von Viren im Umlauf sein werden. Der Impfstoff ist sehr gut verträglich und bietet einen bis zu 80- prozentigen Schutz. Bei einer Ansteckung trotz Impfung ist der Verlauf der Erkrankung wesentlich milder. Eine Impfung gegen Grippe ist für folgende Personengruppen besonders zu empfehlen:
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