
Nur neun Prozent aller Kinder sind im empfohlenen fünften Monat gegen Keuchhusten (Pertussis) geimpft. Durch den Rückgang der Impfungen nimmt die Häufigkeit der Erkrankung in Deutschland wieder zu. Gerade im ersten Lebensjahr stellt jedoch der Keuchhusten eine ernste gesundheitliche Bedrohung für die Kleinen dar, warnt das Robert-Koch-Institut. Es werden immer wieder schwere Erkrankungsverläufe beobachtet. 1999 waren bundesweit 1220 Menschen aufgrund von Keuchhusten in Krankenhäusern behandelt worden. Die Mehrzahl der Betroffenen waren Kinder unter fünf Jahren.
Keuchhusten (Pertussis) wird durch ein Bakterium übertragen: Bordetella pertussis. Die Ansteckung erfolgt über kleinste Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen versprüht werden.
Die Erkrankung ist hochansteckend und langwierig. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen kommt es zu den typischen Krankheitserscheinungen. Anfangs besteht Schnupfen, eventuell Heiserkeit, meist kaum Fieber und uncharakteristischer Husten. Im Verlauf entstehen die heftigen, stakkatoartigen Hustenanfälle, die der Krankheit ihren Namen gegeben haben. Bei jungen Säuglingen verläuft Keuchhusten besonders schwer. Es können lebensbedrohliche Atemstillstände auftreten. Eine gefürchtete Komplikation ist auch die Lungenentzündung. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika: gegen den quälenden Husten gibt es kaum eine Therapie.
Wurde eine Keuchhusten-Erkrankung durchgemacht, ist die daraus folgende Immunität begrenzt auf etwa 15 bis 20 Jahre.
Wichtig ist neben einer möglichst frühen Grundimmunisierung im Säuglingsalter auch eine Fortführung der Impfungen bis ins Jugendalter. Seit 2002 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) neben den vier Impfungen im Säuglingsalter eine weitere – also fünfte – im Alter von 9 bis 17 Jahren. Da der Impfschutz nur etwa 10 Jahre anhält, ist eine erneute Erkrankung dann möglich. Erwachsene, die an Pertussis erkranken, können die Erkrankung an ungeimpfte Säuglinge weitergeben. Es empfiehlt sich daher eine Impfung für alle Erwachsenen, die engen Kontakt zu Säuglingen und Kleinkindern haben.
In früheren Jahren wurde mit einem Ganzkeim-Impfstoffe aus abgetöteten Keuchhusten-Bakterien geimpft. Seit 1995 steht stattdessen ein azellulärer Impfstoff zur Verfügung, der sehr gut verträglich ist. Selten treten eine Rötung, Schwellung oder leichte Schmerzen an der Einstichstelle auf, in Ausnahmefällen auch leichtes Fieber.
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