
Mumps, umgangssprachlich auch Ziegenpeter genannt zählt zu den typischen weltweit verbreiteten Kinderkrankheiten. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Mumps immer harmlos verläuft. Die Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen, die daran erkranken, nimmt zu. Grund ist das seltener werdende Auftreten der Krankheit, da viele Kinder geimpft sind. Die Wahrscheinlichkeit, in der Kindheit an Mumps zu erkranken, sinkt dadurch.
Finnland ist das erste Land, für das dokumentiert ist, dass es frei von Mumps und Röteln ist. Im nordischen Land wird wie in Deutschland auf freiwilliger Basis geimpft. Die Impfung wird jedoch besser wahrgenommen und die Durchimpfungsraten liegen inzwischen bei über 95 Prozent.
Die Ansteckung erfolgt als Tröpfcheninfektion. Beim Husten, Niesen oder Küssen werden die Mumpsviren von Mensch zu Mensch übertragen. Selten kann es zu einer Ansteckung über Gegenstände kommen, an denen infizierter Speichel haftet.
Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln per Ansteckung durchmachen zu lassen, ist veraltet und gefährlich. Diese Kinderkrankheiten sind keineswegs immer harmlos. Mumps ist bei Kindern noch heute eine der häufigsten Ursachen für ein- oder beidseitige Schwerhörigkeit und aus 100.000 Erkrankungen resultieren 100 Gehirnhautentzündungen mit zum Teil bleibenden geistigen Schädigungen. Bei Jungen kann in der Pubertät eine Hodenentzündung hinzutreten, bei Mädchen eine Eierstockentzündung. Sind beide Hoden bzw. die Eierstöcke betroffen, kann dies zur Unfruchtbarkeit führen.
2 Tage vor bis 4 Tage nach Erkrankungsbeginn ist die Ansteckungsgefahr am größten. 16 - 24 Tage nach dem Kontakt mit Mumps-Viren treten die ersten Symptome auf. Zunächst noch sehr unspezifisch mit Müdigkeit, Kopf- und Nackenschmerzen sowie Fieber. Danach schließt sich eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse an, die sich bis zur Wange zieht, was dem Erkrankten das typische „mumpshaft“ geschwollene Gesicht verleiht. Die Schwellung kann auch Ohrschmerzen verursachen und geht meist nach sieben Tagen wieder zurück. Treten heftige Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen hinzu, können dies Hinweise auf eine Hirnhautreizung sein.
Bei ungefähr einem Drittel der Erkrankten verläuft Mumps ohne Symptome. Die Betroffenen tragen so unwissentlich zur weiteren Verbreitung bei. Meldepflicht für Mumpserkrankungen bestehet in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
In Deutschland wird von der STIKO bereits seit 1980 die Mumps/Masern/Röteln-Impfung für alle Kinder empfohlen. Gewöhnlich wird gegen alle drei Krankheiten mit einer Kombinationsspritze im Alter von 11 bis 14 Monaten geimpft. Die zweite Impfung erfolgt im Alter von 15 bis 23 Monaten.
Neben harmlosen Impfnebenwirkungen wie leichte Rötung und Schwellung der Einstichstelle kann es in sehr seltenen Fällen zu einer Mumps ähnlichen Erkrankung kommen, bei Jungen kam es in Einzelfällen zu einer Hodenschwellung. Diese Beschwerden sind jedoch harmlos, vergleicht man sie mit den möglichen Folgen eines Ausbruchs von Mumps in der Pubertät, der zur Unfruchtbarkeit führen kann.
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