
Das Rötelnvirus ist weltweit verbreitet. Es kommt nur beim Mensch vor und wird ausschließlich von Mensch zu Mensch weitergegeben. Ließen sich alle impfen, könnte man die Krankheit tatsächlich ausrotten. Die WHO hat dies bis zum Jahre 2010 für Europa als Ziel formuliert.
Eine Impfung gegen Röteln wurde in Deutschland 1974 eingeführt, seit 1980 als Kombinationsimpfung mit Masern und Mumps. In der früheren DDR war der Impfstoff nicht allgemein verfügbar. Seit der Wiedervereinigung wird jedoch auch in den neuen Bundesländern geimpft. Nachdem man erkannte, dass ein Ausbruch einer Röteln-Erkrankung bei einer Schwangeren das Ungeborene schwer schädigen kann, wurden Mädchen und Frauen ab dem 13. Lebensjahr gezielt nachgeimpft. Mittlerweile haben nach Schätzungen nur ca. 3 Prozent der Frauen zwischen 18 und 30 keine Antikörper gegen das Rötelnvirus. Das sind allerdings immer noch bis zu 194.000 junge Frauen und jedes Jahr kommt es in Deutschland mindestens zu einem tragischen Fall, der Schädigung eines Föten.
Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Küssen. Die Viren dringen in die Schleimhäute der oberen Atemwege ein, vermehren sich im Lymphgewebe und verteilen sich dann im Körper. Rötelviren können über die Plazenta zum Ungeborenen gelangen und dieses infizieren. In den ersten 8 Schwangerschaftswochen werden Schädigungen bei 90 Prozent der Föten, im zweiten Trimester immerhin noch bei über einem Viertel beobachtet. Die Hälfte der Menschen, die sich mit Röteln infizieren, zeigen selbst keine sichtbaren Krankheitszeichen, aber tragen zur Verbreitung bei.
Die Inkubationszeit beträgt 14 bis 21 Tage. Bereits eine Woche vor Auftreten des Röteln-Ausschlages bis zu einer Woche nach ihrem Erscheinen ist eine Ansteckung möglich.
Die Röteln-Erkrankung beginnt mit einer Entzündung der Atemwegsschleimhäute. Dann beginnt ein typischer Hautausschlag, wie bei den Masern zuerst hinter den Ohren. Die Hautrötungen sind im Vergleich zu den Masern hellrot und kleinfleckiger. Die Röteln breiten sich auf dem gesamten Gesicht aus und dann über den Rest des Körpers. Nach zwei bis drei Tagen ist der Ausschlag wieder verschwunden. Die Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren können anschwellen und schmerzen. Die Krankheit dauert etwa eine Woche lang und hinterlässt einen lebenslangen Schutz vor Röteln. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit in den allermeisten Fällen ohne Komplikationen, sehr selten kommt es zu einer Hirnhautentzündung. Beim Ungeborenen verursacht eine Infektion sehr häufig Augenschäden, Taubheit, Herzfehler und Hirnschädigungen.
Gewöhnlich wird gegen alle drei Krankheiten (Mumps, Masern und Röteln) mit einer Kombinationsspritze im Alter von 11 bis 14 Monaten geimpft. Die zweite Impfung erfolgt im Alter von 15 bis 23 Monaten.
Schwangere sollten nicht gegen Röteln geimpft werden. Zwischen einer Impfung und dem Eintritt einer Schwangerschaft sollten mindestens drei Monate liegen. Daher empfiehlt es sich bei Kinderwunsch und fraglichem Impfschutz, den Rötelntiter, also die Menge der Antikörper gegen den Virus, bestimmen zu lassen und rechtzeitig eine mögliche Impflücke zu schließen.
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