
Tetanus, zu Deutsch "Wundstarrkrampf" ist keine exotische Erkrankung, die man sich nur in fernen Ländern zuziehen kann. Ausgelöst wird Wundstarrkrampf durch das Gift des Bakteriums Clostridium tetani, das weltweit verbreitet ist.
Durch geringste Verletzungen können Wundstarrkrampf-Bakterien in den Körper eindringen und dort durch Giftstoffe eine lebensbedrohliche Erkrankung verursachen. Die Erreger finden sich besonders in mit Tiermist gedüngter Erde und im Staub. Als so genannte Tetanussporen können sie dort unbegrenzt überleben. Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit jährlich über eine Million Menschen an Wundstarrkrampf. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Beim Ausbruch einer Tetanus-Erkrankung kommt es zu einer Steifheit der Muskulatur, die zuerst im Bereich der Kaumuskeln auftritt. Dabei verändert sich der Gesichtsausdruck in auffälliger Weise. Im Folgenden greift diese Steifheit auf die übrigen Muskeln über, so dass der Körper verdreht erscheint. Die Daueranspannung der Muskulatur ist sehr schmerzhaft. Vermehrt treten Krampfanfälle auf, die durch die geringste Umgebungsänderung (Licht, Lautstärke usw.) ausgelöst werden können. Oft kommt es hierbei zu Knochenbrüchen und zum Herz- und Atemstillstand. Rund 30 Prozent der Infizierten sterben trotz intensivmedizinischer Behandlung.
Eine überstandene Tetanus-Erkrankung führt nicht zu einem lebenslangen Schutz, der Körper ist von sich aus nicht in der Lage Antikörper gegen den Tetanus-Giftstoff zu bilden. Nur eine Impfung vermag vor einer Zweiterkrankung zu schützen.
Die Impfung gegen Tetanus wird von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (STIKO) dringend als Standardimpfung empfohlen. Für Säuglinge lauten die Empfehlungen der STIKO, eine aktive Immunisierung in Kombination mit anderen Impfstoffen nach Vollendung des 2. Lebensmonats zu beginnen und gemäß dem Impfkalender zu vervollständigen. Erwachsene, die über eine Grundimmunisierung verfügen, sollten alle 10 Jahre ihren Impfschutz auffrischen.
Wenn Sie sich beispielsweise bei der Gartenarbeit verletzt haben und kein Impfschutz mehr besteht, dann sollten Sie umgehend zum Arzt gehen. Dieser kann dann gegebenenfalls einen sofort wirkenden Impfstoff verabreichen. Die Impfempfehlung für Tetanus gilt weltweit, ein erhöhtes Risiko besteht in den Tropen, in Süd- und Osteuropa sowie den GUS-Staaten. Für die Grundimmunisierung sind drei Injektionen (in den Muskel), mit einem passiven Impfstoff nötig (Wiederholung: Vier Wochen und ein Jahr nach der ersten Injektion). Nach Ablauf von zehn Jahren wird die Impfung aufgefrischt. Meist wird ein Impfstoff mit gleichzeitiger Erneuerung des Diphtherieschutzes verabreicht.
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