
In Deutschland ist die Tollwut-Erkrankung des Menschen glücklicherweise selten. Erfolgreiche Maßnahmen zur Bekämpfung der Tollwut ist das Auslegen von Impfködern für den Hauptvirusträger, den Fuchs. Weltweit wird die Zahl der Tollwut-Toten auf 40.000 bis 70.000 geschätzt. Etwa zehn Millionen Menschen müssen nach dem Kontakt mit tollwutverdächtigen Tieren vorsorglich geimpft und mit Immunglobulin behandelt werden. Wenn in Deutschland jemand an Tollwut erkrankt, dann hat er sich diese Infektion meist im Ausland zugezogen. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes ist ein Deutscher im Jahr 1996 an Tollwut gestorben, der zuvor in Sri Lanka von einem Hund gebissen wurde, ein zweiter im Jahre 2004 nach Hundebiss in Indien und drei weitere nach Organtransplantationen einer 26-jährigen Mainzerin nach Indien-Aufenthalt im Jahre 2005. Tollwutgefährdet sind Menschen, die mit infizierten Tieren umgehen, wie beispielsweise Förster und die erwähnten Fernreisenden.
Träger des Virus sind in Deutschland Fleischfresser vor allem Füchse, aber auch Dachse, Marder sowie Rehe und Weidetiere (Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde), Hunde und Katzen sowie Fledermäuse. Die Krankheit wird durch den Speichel eines tollwütigen Tieres übertragen. Das kann durch Bissverletzungen oder auch durch Ablecken geschehen, wenn Hautverletzungen vorhanden sind oder Viren auf Schleimhäute gelangen. Die größte Gefahr, sich mit dem Tollwutvirus zu infizieren, haben Trekking-Touristen, die in Süd- und Südostasien ländliche Gegenden bereisen, wie beispielsweise Indien. Nach dem Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier sollte man immer einen Arzt aufsuchen. Die Wunde muss mit Seife gereinigt werden. Anschließend muss postexpositionell passiv (Tollwut-Immunglobulin) und aktiv (tote Erreger) geimpft werden. Tollwütige, wildlebende Tiere können zu Beginn der Tollwut-Erkrankung ihre Scheu vor den Menschen verlieren. Bei diesem Verhalten von sonst scheuen Tieren ist besondere Vorsicht angebracht. Am besten, man vermeidet grundsätzlich Kontakte zu Tieren auf Fernreisen. Man kann die Tollwut einem Tier nicht ansehen.
Bereits vier bis sieben Tage vor dem Ausbruch der Erkrankung ist ein tollwütiges Tier infektiös. Die Viren vermehren sich im Zentralen Nervensystem, auch das Gehirn ist betroffen. Über die Nervenleitungen gelangen die Erreger u. a. bis in die Speicheldrüsen der Tiere und sind dann vor allem massenhaft im Speichel enthalten. Über einen Biss können die Tollwutviren auf den Menschen übertragen werden. Der Ausbruch der Erkrankung ist bereits nach 10 Tagen möglich, es kann aber auch sechs Monate dauern, bis die ersten Symptome auftreten. Dies ist abhängig von der Menge der Viren, die übertragen werden und vom Abstand der infizierten Wunde zum Gehirn des Gebissenen. Bisswunden im Gesicht haben dementsprechend eine recht kurze Inkubationszeit.
Zunächst äußert sich die Erkrankung sehr unspezifisch mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Die Bissstelle kann brennen oder jucken. Wenn die Tollwut-Viren das Gehirn erreicht haben, treten neurologische Störungen hinzu. Dies zeigt sich etwa in Verwirrtheit, Wahnvorstellungen, Streitsüchtigkeit, Muskelzuckungen, Krampfanfälle und Lähmungserscheinungen. Es treten anfallsgleiche Zustände auf, die als Fehlfunktionen im Nervensystem durch kleinste Lichtreize, akustische Signale oder auch Berührungen ausgelöst werden. Es entwicklet sich frühzeitig eine Abneigung gegen Wasser (Aqua- oder Hydrophobie). Später können Wasser und Zugluft (Aerophobie) Schlundkrämpfe auslösen. Krämpfe der Atemmuskulatur mit Atemstillständen ähneln einer "rasenden Wut", die der Krankheit ihren Namen verliehen hat. Der Befall des Gehirns schreitet bis zum Hirnstamm fort. Etwa die Hälfte der Patienten können nicht mehr schlucken, wobei sie gleichzeitig extrem viel Speichel produzieren. So kommt es zu dem Erscheinungsbild des „Schaums vor dem Mund“. Ist die Tollwut ausgebrochen, führt sie nach maximal sieben Tagen zum Koma und durch Atemlähmung zum Tode.
Die Impfung ist empfohlen für Tierärzte, Jäger, Forstpersonal u.a. Personen bei Umgang mit Tieren in Gebieten mit Wildtiertollwut sowie ähnliche Risikogruppen" (z. B. Personen mit beruflichem oder sonstigem engen Kontakt zu Fledermäusen) sowie Personal in Laboratorien mit Tollwutrisiko und Reisende in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung.
Nach einer Grundimmunisierung von drei, besser vier Impfungen sind Geimpfte zwei bis fünf Jahre geschützt. Bei hohem Risiko für eine Tollwutinfektion wird das Blut regelmäßig auf den Gehalt an Antikörpern untersucht.
Informationen zu den regionalen Gegebenheiten der Wildtollwut erhalten Sie über die regionalen Veterinärämter. Die heutigen modernen Zellkulturimpfstoffe sind in ihrer Wirksamkeit und in ihrer Nebenwirkungsrate deutlich verbessert, so dass Tollwutimpfungen heute sehr sicher durchgeführt werden können.
Ist Ihnen etwas unklar geblieben? Möchten Sie noch mehr wissen? Rufen Sie AOK Clarimedis an! AOK Clarimedis - Die medizinischen Experten am Telefon: 0180 1 112255*. Oder stellen Sie eine Anfrage.
* 3,9 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Min.