
Die Windpocken (Varizellen) sind weltweit verbreitet und eine hochansteckende Krankheit. Bis zur Einführung der Impfempfehlung durch die STIKO im Jahre 2004 erkrankten in der Bundesrepublik durchschnittlich etwa 750.000 hauptsächlich Kinder an den Windpocken. Über 95 Prozent aller Erwachsenen haben Antikörper gegen das Virus, sind also im Laufe des Lebens mit dem Erreger konfrontiert gewesen. Verursacher ist das Varicella-Zoster-Virus (VZV). Es kann neben den Windpocken noch eine weitere Erkrankung verursachen, die Gürtelrose (Herpes zoster). Die Viren kapseln sich nach Abklingen der Windpocken im Körper ein und können bei einer Schwächung des Immunsystems zu einem erneuten Ausbruch in Gestalt der Gürtelrose (Herpes zoster) führen. Herpes zoster tritt gehäuft bei älteren Menschen jenseits des fünften Lebensjahrzehntes auf. Man schätzt, dass 20 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens davon betroffen sind.
Das Varizellen Zoster –Virus wird überwiegend von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt übertragen. Zusätzlich sind Tröpfcheninfektionen beim Husten, Niesen und Sprechen und in Ausnahmefällen eine Übertragung durch die Luft möglich. Ein Kontakt mit dem Virus führt zu einer fast 100prozentigen Ansteckung. Herpes zoster ist ausschließlich über die Bläschenflüssigkeit ansteckend.
Die Ansteckungsgefahr der Windpocken beginnt ein bis zwei Tage, bevor der Hautausschlag auftritt und endet, wenn die Bläschen austrocknen, nach etwa einer Woche.
Erst zehn Tage bis drei Wochen nach Ansteckung äußern sich die Windpocken mit Kopf-, Kreuz-, Gliederschmerzen und Fieber. Nach ca. zwei Tagen erscheinen linsengroße rote Flecken auf der Haut, die zunächst zu juckenden Knötchen und dann zu Bläschen werden. Die wässrige Flüssigkeit der Bläschen ist hochansteckend. Der große Juckreiz verleitet dazu, die Bläschen aufzukratzen. Dies sollte unbedingt unterlassen werden, da sonst Narben zurückbleiben können. Vom Arzt verordnete Lotionen lindern den Juckreiz. Da die Krankheit in Schüben verläuft, können gleichzeitig Stadien von Flecken, Knötchen und Bläschen vorkommen. Innerhalb von ein bis zwei Wochen verkrusten die Bläschen und der Schorf fällt ab. Auch die Schleimhäute, Augen und der Genitalbereich können von dem Ausschlag betroffen sein.
Meist verlaufen Windpocken harmlos, es kann jedoch zu bakteriellen Entzündungen oder zu Kleinhirnentzündung, Lungenentzündung, Leberentzündung und Gelenkentzündung kommen. Für Menschen mit einem geschwächtem Abwehrsystem und Neugeborene in den ersten fünf bis sieben Lebenstagen sind sie jedoch eine ernst zu nehmende Gefahr. Es kann zu lebensbedrohlichen Erkrankungen kommen. In seltenen Fällen kann eine Windpockenerkrankung bei Schwangeren auf das Ungeborene übertragen werden, sofern die Erkrankung zwischen der 5. und 24. Schwangerschaftswoche auftritt. Von einem Herpes zoster der Mutter geht keine Gefahr für das ungeborene Kind aus.
Windpocken sind sehr ansteckend, die Ansteckung lässt sich oft gar nicht vermeiden. Es gibt eine Impfung, die sogenannte Varizellenimpfung für Kinder (Windpockenimpfung), die von der ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) seit August 2004 empfohlen wird.
Bei Schwangeren, die noch nie Windpocken hatten, kann bei besonderem Risiko vorsichtshalber eine passive Impfung durchgeführt werden.
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