Migräne richtig behandeln

Migräne richtig behandeln

  Strand, Meer  

In Deutschland haben 14 von 100 Frauen und 8 von 100 Männern Migräne. Mehr als eine von vier Frauen hat irgendwann in ihrem Leben zumindest einmal eine Migräneattacke.

Als spezielle Migränemedikamente gelten die sogenannten Triptane. Dabei handelt es sich nicht um Schmerzmittel im eigentlichen Sinne. Sie wirken auf einen chemischen Vorgang im Gehirn und lindern Migränesymptome wie Schmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit. Diese Medikamente können mehr als der Hälfte der Migränepatienten helfen, wie Untersuchungen zeigen. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sie allerdings nicht geeignet, da sie die Blutgefäße verengen können. Um herauszufinden, welches Mittel am besten gegen die eigene Migräne wirkt, kann der behandelnde Arzt unterschiedliche Präparate ausprobieren. Es gibt, so das IQWiG, nicht genügend Forschungsergebnisse, die eine sichere Aussage erlauben, welche Triptane am schnellsten oder am längsten wirken. Menschen, die den Wirkstoff Rizatriptan anwenden, können ihre Alltagsaktivitäten möglicherweise etwas früher wieder aufnehmen als unter Einnahme von Sumatriptan oder Naratriptan. Sumatriptan lindert die Schmerzen ähnlich gut wie ASS: Beide können die Schmerzen vermindern und das Risiko verringern, in den nächsten 24 Stunden erneut Migräne zu bekommen. Um Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen zu reduzieren, kann der Arzt zusätzlich zu der Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) das Antiemetikum Metoclopramid verordnen.

Viele Menschen leben mit Migräne, ohne jemals ärztliche Hilfe zu suchen. Sie behandeln sich stattdessen mit rezeptfrei erhältlichen Medikamenten selbst. Das IQWiG rät diesen Betroffenen, darauf zu achten, auch solche vermeintlich harmlose Schmerzmittel nicht zu häufig einzusetzen. Zu viele Kopfschmerz-Medikamente können chronische Kopfschmerzen verursachen. Aus Schmerz und Tabletten-einnahme entsteht dann leicht ein Teufelskreis. Wissenschaftler schätzen, dass 2 von 100 Menschen in Deutschland chronische Kopfschmerzen durch übermäßigen Schmerzmittelgebrauch haben, was heißt bei einem Einsatz von mehr als zehn Tagen im Monat. Menschen, die durch übermäßigen Schmerzmittelgebrauch chronische Kopfschmerzen entwickelt haben, müssen für eine Weile ganz damit aufhören, Medikamente zu nehmen. Nur so ist der Dauerkopfschmerz aufzulösen.

Das IQWiG kommt abschließend zu dem Schluss, dass Medikamente bei der Schmerzlinderung von Migräne nur ein Teil der Lösung sein können. Es lohne sich auch, andere Methoden, wie beispielsweise Entspannungstechniken, auszuprobieren.

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

 

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