
Eine ganze Reihe von Vorsorgeuntersuchungen dient dem Schutz von Mutter und Kind. Auch wenn Sie sich wohl fühlen und keine Beschwerden haben, sollten Sie die anstehenden Untersuchungen wahrnehmen und auch zur Kontrolle noch mal einen Zahnarzt aufsuchen. Durch die regelmäßigen Checks werden eventuelle gesundheitliche Risiken bei Mutter und Kind frühzeitig erkannt. Diese Untersuchungen finden in den ersten vier Monaten vierwöchentlich statt. Ab der 33. Woche liegen die Untersuchungen dann 14-tägig.
Ein Mutterpass wird angelegt. Dieses wichtige Dokument sollten Sie immer bei sich tragen, da es alle relevanten Informationen enthält und notfalls auch ein fremder Arzt sich schnell ein Bild über den aktuellen Stand Ihrer Schwangerschaft machen kann.
Bei allen Vorsorgeuntersuchungen, also dieser ersten und allen folgenden, ist als Routine vorgesehen:
Machen Sie jetzt noch einmal einen Zahnarzt-Termin zur Kontrolle aus.
Zur Aufdeckung eines möglichen Chromosomendefektes gibt es zum einen die Chorionzottenbiopsie, die andere Methode ist die Amniozentese. Aus der Messung der Nackentransparenz (NTL) per Ultraschall ggf. zusammen mit der Bestimmung mehrerer Hormonwerte bei der Schwangeren lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer chromosomalen Auffälligkeit beim Kind berechnen. Wenn Sie sich für eine dieser Untersuchungen entscheiden, bedenken Sie, dass diese Untersuchungen nicht ganz ungefährlich sind. Diskutieren Sie mit Ihrem Partner offen und ehrlich die Frage: „Was tun, wenn das Baby behindert ist?“, bedenken Sie auch das Risiko einer Fehlgeburt durch die Untersuchung. Keiner dieser Tests kann eine 100prozentige Sicherheit geben, dass Ihr Kind gesund sein wird. Auch das sollte Ihnen bewusst sein. Es gibt eine ganze Reihe von Störungen (z. B. des Stoffwechsels), die nicht erfasst werden können.
Mutterschafts-Vorsorgeuntersuchung, bei der der allgemeine Zustand der Schwangeren untersucht wird. Routinemäßig werden Gewicht, Blutdruck und Urin kontrolliert, wie weiter oben beschrieben. Manche Schwangeren überprüfen Ihr Scheidenmilieu mit einem pH-Papier oder einem so genannten pH-Handschuh. Hier lesen Sie, warum wir eine solche Maßnahme für nicht sinnvoll erachten. Warum gibt es eigentlich nur drei Ultraschalluntersuchungen im Routine-Vorsorgeprogramm Ihrer AOK für den Verlauf der Schwangerschaft? Wir haben gute Gründe, Ihnen vom so genannten Baby-TV abzuraten. Es ist klar, dass Sie am liebsten ständig wissen möchten, ob es Ihrem Nachwuchs gut geht. Die Anzahl der Ultraschalluntersuchungen ohne begründeten Verdacht verbessert nicht die Sicherheit von Mutter und Kind. Ganz im Gegenteil können zu häufige Kontrollen zu einer psychischen Belastung führen.
Die zweite Ultraschalluntersuchung ist für die Zeit innerhalb der 19. bis zur 22. Schwangerschaftswoche vorgesehen. Sie kann also im Rahmen dieser Vorsorgeuntersuchung oder spätestens bei der nächsten vorgenommen werden. Der Arzt kontrolliert den Entwicklungszustand des Kindes, also Wachstum und Größe, Organentwicklung und Herzaktionen. Routinemäßig werden Gewicht, Blutdruck und Urin kontrolliert, wie weiter oben beschrieben. Schwangere sollten kein hohes Fleisch zu sich nehmen sowie Kontakt mit Katzenkot meiden. Hintergrund ist die mögliche Infektion mit Toxoplasmose. In der Arztpraxis wird Ihnen eventuell ein Test auf Toxoplasmose-Antikörper angeboten, den Sie selbst zahlen müssen. Bei Verdacht auf eine akute Toxoplasmoseinfektion der Schwangeren ist der Bluttest natürlich eine Leistung, die Ihre AOK bezahlt.
Ist bislang noch keine zweite Ultraschalluntersuchung durchgeführt worden, ist nun der Zeitpunkt gekommen. Routinemäßig werden Gewicht, Blutdruck und Urin kontrolliert. Jetzt ist auch der ideale Beginn für den Einstieg in die Schwangerschaftsgymnastik. Treiben Sie eigentlich noch Sport? Die meisten Mütter tendieren eher dazu, abrupt mit jeglicher sportlicher Betätigung zu brechen. Das ist nicht gesund. Ein Körper, der regelmäßig durch Jogging, Fahrradfahren oder Schwimmen auf Touren gebracht wurde, sollte auf keinen Fall zum Nichtstun verdammt werden. Bewegung ist auch für Schwangere wohltuend. Es kommt nur auf das richtige Maß an.
Mutterschafts-Vorsorgeuntersuchung, bei der der allgemeine Zustand der Schwangeren untersucht wird. Routinemäßig werden Gewicht, Blutdruck und Urin kontrolliert. Überlegen Sie, ob Sie einen so genannten „Glukosetoleranztest“ durchführen lassen wollen? Nur so, um auf Nummer sicher zu gehen? Wir halten das für nicht sinnvoll. Sollte Diabetes in Ihrer Familie liegen oder andere Hinweise auf eine mögliche Erkrankung vorliegen, dann zahlt Ihre AOK einen solchen Test ganz selbstverständlich. Fragen Sie Ihren Arzt also, ob eine solche Maßnahme medizinisch notwendig ist.
Die dritte Ultraschalluntersuchung liefert Informationen über den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Ungeborenen. Routinemäßig werden Gewicht, Blutdruck und Urin kontrolliert. Haben Sie sich eigentlich schon Gedanken über den Geburtsort Ihres Kindes gemacht? Ambulant oder stationär in der Klinik, im Geburtshaus oder gar zu Hause? Für alles gibt es Argumente.
Die Termine der Vorsorgeuntersuchungen liegen nun vierzehntägig. Der Klinikkoffer sollte unbedingt griffbereit stehen, das Kind könnte sich auch vor dem Termin ankündigen.
Letzte Kontrolluntersuchungen vor dem errechneten Geburtstermin. Haben Sie davon gehört, dass manche Mütter erwägen, Nabelschnurblut nach der Geburt entnehmen zu lassen? Hier lesen Sie, warum wir diese privat zu zahlende Maßnahme nicht für sinnvoll erachten.
Der erste Untersuchungstermin beim Frauenarzt klärt ab, wie gut Sie die Geburt überstanden haben. Der Arzt wird mit Ihnen besprechen, wie Sie am besten den Rückbildungsprozess und die Stärkung des Beckenbodens unterstützen können.
Eine weitere Kontrolle beim Frauenarzt schließt die Vorsorgetermine rund um die Schwangerschaft ab. Ab jetzt stehen nur noch die üblichen, regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen, sowie die U1 bis J fürs Kind auf dem Plan.
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